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Und wieder „geschoben“, der unendliche Leidensweg des Projekts Fahrradstraße Ludgerweg

28. Mai 2026

Die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen in der BV Vohwinkel kritisiert den Umgang der Bezirksvertretung mit dem Projekt Fahrradstraße Ludgerweg. Schon zum wiederholten Mal konnte sich die BV in der Sitzung vom 15.04. 2026 nicht dazu durchringen, das bereits mehrfach entsprechend des Wünschen der Anwohner(innen) geänderte Konzept  endlich zu beschließen.

Mit der jüngsten  Vorlage hatte die Verwaltung das alternierende Parken an beiden Fahrbahnrändern beibehalten und zugleich die Zahl der Fahrbahnrand-Stellplätze nochmals auf nunmehr 31 erhöht. Dennoch hat die BV die Beschlussfassung erneut vertagt, wobei über die Gründe dieser Haltung nur spekuliert werden kann.

Die Einrichtung einer Fahrradstraße an dieser Stelle ist aus verkehrlicher und städteplanerischer Sicht dringend geboten:

Der Ludgerweg ist in diesem Teilabschnitt ein wichtiges Verbindungsstück der Nordbahntrasse, aber auch Teil der Veloroute nach Solingen und Bestandteil des bergischen Panoramaradweges, sowie auch der Veloroute nach Düsseldorf.

Ebenso gehört er in die Planung zum BUGA-Radring. Nach der Neufassung der Verwaltungsvorschrift zur StVO ist die Leichtigkeit des Verkehrs für alle Verkehrsarten mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu erhalten. Die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer geht aber der Leichtigkeit des Verkehrs vor. Der Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel sowie des nichtmotorisierten Verkehrs ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Von Teilen der Anwohnerschaft hatte es jedoch  erheblichen, lautstark artikulierten Widerstand gegen das Projekt gegeben wobei die Ablehnung im wesentlichen den Wegfall von Parkplätzen betraf. Es stellt sich hier  aber die Frage, wieviele Fahrbahnrand-Parkplätze in einem Streckenabschnitt mit 22 Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften, die sämtlichst über Garagen und weitere Abstellmöglichkeiten auf den Grundstücken verfügen, wirklich benötigt werden. Insgesamt stünden mit den  31 Fahrbahnrand- und den privaten Abstellplätzen pro Wohneinheit etwa 4(!) Stellplätze zur Verfügung.

Auch nach einer erneuten Begehung am 19. Mai wird wohl die Mehrheit in der BV wieder vor den unter diesen Umständen kaum berechtigten Protesten von Teilen der Anwohnerschaft einknicken und richtlinienkonforme Vorschläge der Verwaltung einfach nicht umsetzen. Stattdessen wurde noch einmal eine überarbeitete Vorlage gefordert, die in dem mittleren Streckenabschnitt weitere Stellplätze vorsieht. Ansonsten droht wohl eine erneute Ablehnung.

Leider ist es inzwischen auch andernorts der Regelfall, dass sog. Koalitionen der „Mitte“ oder gar der „Vernunft“ lautstark artikulierten Individualinteressen Vorrang vor Projekten zum Wohl der Allgemeinheit einräumen und dadurch verkehrliche und städtebaulich notwendige Weiterentwicklungen unmöglich machen. In der BV Vohwinkel haben wir es hier mit der klassischen „Ja, aber..“ – Konstellation zu tun, die sich nach außen offen gibt, tatsächlich aber möglichst nichts verändern will. Irgendwann stehen die nächsten Wahlen an und eine bestimmte Wählergruppe soll nicht durch zu viel Fortschritt abgeschreckt werden.