Startseite > Stellungnahme zu dem Thema Wuppertal „Schwebebahnstadt“

Stellungnahme zu dem Thema Wuppertal „Schwebebahnstadt“

20. Oktober 2026

Für mich stellen sich zwei Fragen: Passt ist die Bezeichnung zu Wuppertal? Und welchen Aufwand ist ihre Einführung wert?
Bei Wuppertal ist  der Zusatz durchaus naheliegend: Die Schwebebahn ist ein markantes Wahrzeichen, und der Begriff ist leicht verständlich. Der zusätzliche Nutzen eines Schildes müsste aber gegen die Kosten abgewogen werden.

Dafür spricht:

  • Wiedererkennung: Besucher verbinden den Stadtnamen unmittelbar mit einem besonderen Wahrzeichen.
  • Verbundenheit: Der Zusatz kann den Stolz auf die eigene Stadt stärken.
  • Touristische Werbung: Die Bezeichnung kann neugierig machen und zur übrigen Stadtwerbung passen.
  • Dauerhaft passender Bezug: Die Schwebebahn ist fest mit Wuppertal verbunden.

Dagegen spricht:

  • Begrenzter Zusatznutzen: Viele Menschen kennen diese Verbindung bereits.
  • Verengtes Stadtbild: Kultur, (Pina Bausch), Kunst ( Tony Craig) Industriegeschichte, Wissenschaft und grüne Stadtteile (die diversen Parks) treten dahinter zurück.
  • Wirkung ungewiss: Dass allein dadurch mehr Gäste kommen oder länger bleiben, wäre erst zu belegen.
  • Kosten und Arbeitszeit: Herstellung, Montage und organisatorische Anpassungen binden Mittel und Personal!!!!

Was habe ich als Bürger*in davon?

Vor allem einen ideellen Vorteil: ein positives Stadtbild und vielleicht mehr Identifikation. Ein wirtschaftlicher Nutzen wäre eher indirekt denkbar, etwa für die Gastronomie und Tourismus. Bessere Verkehrsangebote oder gepflegtere Stadtteile entstehen durch den Namenszusatz nicht. Deshalb ist die Frage berechtigt: Wie viel Geld soll und dieser symbolische Gewinn wert sein?

Nachträglich alles umzurüsten, würde ich ohne überzeugende Kostenaufstellung nicht befürworten. Ein vernünftiger Mittelweg wäre:

  • Intakte Ortsschilder bleiben stehen.
  • Der Zusatz kommt auf neue Schilder, wenn ohnehin Ersatz nötig ist.
  • Vorhandene Drucksachen werden aufgebraucht.
  •  Digitale Anpassungen erfolgen bei regulären Überarbeitungen.
  • Die Verwaltung benennt vorher die tatsächlichen Mehrkosten und den Aufwand.

Zu diskutieren wären folgend  Fragen:

  1. Welches konkrete Ziel wird verfolgt – Identifikation, Tourismus oder ein einheitliches Stadtmarketing.
  2. Was kostet ausschließlich der Zusatz, wenn wir reguläre Erneuerungen nutzen?
  3. Welche weiteren Änderungen wären tatsächlich erforderlich, welche nur freiwillig?
  4. Welchen Vorteil bringt die offizielle Bezeichnung gegenüber der heutigen Verwendung in der Werbung?

Einer schrittweisen Einführung mit geringen Mehrkosten kann man offen gegenüberstehen. Für eine sofortige Flächendeckende Umrüstung müsste der Nutzen deutlich überzeugender begründet werden.

Mit freundlichen Grüßen
Barbara Naguib