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Beitritt zur Bergischen Erklärung

18. Dezember 2012

Rede unserer Stadtverordneten Bettina Brücher in der Sitzung des Rates am 17.12.12

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich sehr darüber, dass der Rat der Stadt heute der Bergischen Erklärung beitreten will.

Das Bergische Land wird 100% Erneuerbare Energie Region!

Das ist das Ziel, dass sich 16 Bergische Abgeordnete Anfang November  mit der Bergischen Erklärung gesetzt haben. Abgeordnete aus Wuppertal, Remscheid, Solingen, dem Kreis Mettmann, dem Oberbergischen Kreis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis.

Und das ist das Ziel, dass sich heute der Rat der Stadt Wuppertal setzen wird.

Das ist für unsere Region einmalig, einzigartig und wichtig! Und warum ist das so wichtig?

Die Folgen des Klimawandels werden immer bedrohlicher und wir wollen uns aktiv für den Klimaschutz einsetzen. Wir  engagieren uns für eine zukunftsfähige Energieversorgung, die für  die Menschen in unserer Region sozial verträglich gestaltet werden muss.

Mit der Energiewende im Bergischen Land können wir den Strukturwandel fördern und Arbeitsplätze schaffen. Wir können voneinander profitieren und ländliche und städtische Räume  miteinander vernetzen.

Diese Bergische Erklärung ist  nicht vom Himmel gefallen. Sie ist ein Zwischenergebnis einer Bewegung, die bereits  2011 im Bergischen Land mit der Durchführung des ersten Bergischen Kongresses „Hunderprozentig.Erneuerbar“ an der Bergischen Universität sichtbar wurde.

Denn schon damals war klar: es geht bei der Energiewende nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie.

Die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN freut sich sehr darüber, dass die Bergischen Akteure den Ball begeistert aufgegriffen haben und gemeinsam  die Energiewende im Bergischen Land umsetzen wollen. Der zweite Bergische Kongress dieses Jahr zeigte dies sehr deutlich.

Die Bergischen Akteure: das sind neben der Uni die Energieagentur NRW, das Wuppertal Institut, die Bergische Entwicklungsagentur, der Wupperverband und die Kreishandwerkerschaft. Weitere Unterstützer sind kommunale Versorger wie die WSW, die Grünwerke aus Düsseldorf oder EVL aus  Leverkusen sowie Geldinstitute und Unternehmen aus der Region um nur einige zu nennen.

Jetzt ist die Zeit gekommen, dass sich auch die Politik im Bergischen das gemeinsame Ziel einer 100 % Erneuerbaren Energie Region setzt.

Übrigens, es gibt in Deutschland derzeit  bereits über 120 Landkreise, Gemeinden und Regionalverbünde, die 100% Erneuerbare-Energie-Region werden wollen und es werden immer mehr.  Das Bundesumweltministerium und das  Umweltbundesamt  fördern diese Projekte.

Dass die FDP dieser Erklärung nicht beitritt, tut mir wirklich leid, Herr Todtenhausen hatte sich meines Wissens nach ursprünglich konstruktiv an ihrer Erarbeitung beteiligt.

Mit  der Bergischen Erklärung ist Wuppertal als Teil des Bergischen Landes auf einem sehr guten Weg. Zusammen mit der  Bergische Gesellschaft für  Ressourceneffizienz  entstehen die drei Säulen, die so wichtig sind für einen wirkungsvollen Klimaschutz: Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und Energieeinsparung.

 

Bleibt nur der Appell an alle Verantwortlichen, auch wirklich Verantwortung zu übernehmen und die Energiewende vor Ort konsequent umzusetzen.

 

Die Weltklimakonferenz in Doha hat ja wieder einmal eines deutlich gezeigt:

Klimaschutz muss von den Menschen vor Ort kommen.

 

Ein leuchtendes Beispiel dafür ist  jetzt schon der Kreis Steinfurt, der bis zum Jahr 2050 energieautark sein will und in Zusammenarbeit mit kommunalen Versorgern die regionale Strommarke „Unser Landstrom“ entwickelt hat.  Haushalte und Unternehmen werden mit vor Ort erzeugtem regenerativem Strom versorgt. Nicht nur für dieses Projekt hat der Kreis Steinfurt im Oktober in Wuppertal den Deutschen Solarpreis erhalten.

Das Bergische Land hat mit seiner Stadt/Land-Struktur gute Voraussetzungen für eine 100%  Erneuerbare Energie Region.