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Änderungsantrag: Ergänzung zu den Vorlagen der Straßensanierungen

1. Juli 2026

Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen an den Ausschuss für Verkehr am 30.06.2026

Sehr geehrter Herr Ugurman,
die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt, der Verkehrsausschuss möge folgende Ergänzung beschließen zu den Vorlagen der Straßensanierungen
• Pahlkestraße (VO/0604/26)
• Gennebeckerstraße (VO/0588/26)
• Yale-Allee (VO/0601/26,
• Waldeckstraße (VO/0588/26) sowie
• Düsseldorfer Straße (VO/0592/26):

  1. Bei der Sanierung der o.a. Straßen und Kreuzungen werden Markierungen für den Radverkehr angebracht.
  2. Grundsätzlich sollen Radfahrstreifen oder Schutzstreifen eingerichtet werden. Wo dies aufgrund eines zu schmalen Straßenquerschnitts nicht möglich ist, sollen Piktogramme auf der Fahrbahn die Radrouten verdeutlichen.
  3. Wenn eine umfassende Umgestaltung des Straßenraums aus zeitlichen Gründen nicht umsetzbar ist, sollen zunächst bis zu Fertigstellung der Planung temporäre Markierungen nach der Sanierung angebracht werden

 

Begründung
Alle genannten Straßen sind wichtige Hauptrouten im Radverkehrskonzept der Stadt Wuppertal. Eine Sanierung ohne sichere Radverkehrsführung würde die Umsetzung des Konzepts auf diesen Strecken um viele Jahre verzögern. Dies steht im Widerspruch zu dem Ziel, Wuppertal zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu entwickeln. Auch im Hinblick auf die Bundesgartenschau 2031 würden so wichtige Mobilitätsalternativen zum motorisierten Individualverkehr ungenutzt bleiben.Im Ausschuss 24. Juni 2025 wurde von der Verwaltung erklärt, dass bei allen Sanierungsmaßnahmen die Belange des Fuß- und Radverkehr geprüft werden. In den aktuellen Verwaltungsvorlagen ist dies jedoch nicht ausreichend erkennbar. Selbst wenn aufgrund von Zeitdruck eine vollständige Berücksichtigung des Radverkehrs kurzfristig nicht möglich ist, können durch vorgezogene Markierungen schnell wirksame Verbesserungen geschaffen und Zeit für weitergehende Planungen gewonnen werden.

Besonders im Bereich der Yale-Allee ist eine fehlende Radverkehrsmarkierung nicht nachvollziehbar. Über diese Strecke verläuft die Nordbahntrasse als wichtige Verbindung zwischen zur Korkenziehertrasse und sie ist ein zentraler Bestandteil der geplanten Radroute Wuppertal – Düsseldorf. Gerade an mehrspurigen Kreuzungsbereichen erhöhen Markierungen die Sicherheit und Akzeptanz deutlich. Ein positives Beispiel hierfür ist die Kreuzung Varresbecker Straße / Düsseldorfer Straße.

Die Waldeckstraße bildet einen zentralen Verbindungsabschnitt zwischen Heckinghausen und dem Bahnhof Oberbarmen. Die derzeit vorgesehene vierspurige Planung entspricht nicht mehr heutigen städtebaulichen und verkehrspolitischen Anforderungen. Neben der fehlenden Radverkehrsführung entstehen auch städtebauliche Nachteile wie mangelnde Begrünung und eine schwer querbare Fahrbahn. Eine Reduzierung der Fahrbahnbreite wurde bereits im Zusammenhang mit der Brückensanierung diskutiert. Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, warum bei vorhandenen Straßenbreiten zwischen 19 und 30 Metern keine Radverkehrsmarkierungen vorgesehen werden. Nach aktuellen Regelwerken ist bei der angegebenen Verkehrsbelastung (DTV ca. 13.200, Angabe der Stadt Wuppertal) eine zweispurige Lösung ausreichend.

Die Kreuzung an der Düsseldorfer Straße ist eine wichtige Verbindung aus Richtung Mettmann und Velbert nach Wuppertal. Aufgrund eingeschränkter Sichtverhältnisse sowie eines hohen Anteils an Schwerlastverkehr ist eine klare und sichere Radverkehrsführung insbesondere in den Abbiegebereichen erforderlich.

Auch wenn im Radverkehrskonzept für die Pahlkestraße kein erhöhter Handlungsbedarf ausgewiesen ist, ist sie Teil der Routenführung. Insbesondere im Hinblick auf die geplante BHC-Arena, die Entwicklung des Schaeffler-Geländes sowie die Anbindung der Wohngebiete und des Forschungszentrums in Elberfeld-West kann durch Piktogramme die Akzeptanz des Radverkehrs deutlich erhöht und die gegenseitige Rücksichtnahme verbessert werden.

Die Gennebeckerstraße stellt eine zentrale Verbindung im Radverkehrskonzept für die Anbindung des Stadtteils Nächstebreck an die Nordbahntrasse sowie an Wichlinghausen und Oberbarmen dar. Aufgrund des geringen Straßenquerschnitts sind bauliche Radwege vermutlich nicht umsetzbar. Daher sollte die Verwaltung durch Piktogramme oder andere geeignete Maßnahmen die Radverkehrsführung klar kennzeichnen und die Sicherheit im Tempo-50-Bereich erhöhen.

 

Mit freundlichen Grüßen
Timo Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher

Anika Reinshagen, Ausschussmitglied